XXX Corps commemoration
13. bis 22. September 2024
by Patrick Schlenker
13. September
Operationsplan der XXX commemoration Tour 2024 von Leopoldsburg in Belgien bis nach Bemmel in den Niederlanden.
Nach 2013 und 2019 nahmen wir von der 6th Bn. Durham Light Infantry Reenactment Group auch dieses Jahr am Gedenkanlass zur Operation Market Garden im Rahmen des XXX Corps teil. Organsisert wurde der Anlass wiederum von der Liberation Task Force aus England.
Die Teilnehmerliste umfasste 288 Fahrzeuge, 47 Motorräder und insgesamt 720 Personen, wobei die gesamte Kolonne eine Länge von 2,2 Kilometern erreichte.
Die meisten Teilnehmer kamen aus England, vertreten durch 172 Fahrzeuge, 14 Motorräder und 397 Crewmitglieder. An zweiter Stelle stehen die Niederlande mit 97 Fahrzeugen, 28 Motorrädern und 270 Crewmitgliedern.
Darüber hinaus nahmen auch Teilnehmer aus Belgien, der Tschechischen Republik, Frankreich, Italien und sogar eine kleine Delegation aus Malta teil und wir zwei aus der Schweiz. Nachdem 2013 ein wundervoller und ausgewogener Gedenkanlass stattfand, war es 2019, wie ihr vielleicht noch wisst, eine einzige Katastrophe. Vor allem die stundenlangen Pausen irgendwo im Niemandsland und die schlechte Organisation hatten uns dazu bewogen, den Anlass damals früher zu verlassen.
Mit unseren Motorrädern sollte dieses Mal vieles anders sein. Wir erhofften uns mehr Freiheiten und Autonomie in der zugeteilten Kompanie sowie passende Aufgaben, die den Anlass für uns vielseitiger machen sollten.
Eines unserer beiden Motorräder war mit dem notwendigen Material für die zehntägige Tour von Leopoldsburg bis nach Arnheim beladen. Unser Anspruch war es, möglichst nur das Nötigste und vor allem nur Originales mitzunehmen, wie anno 1944. Jeweils ausgerüstet mit einer Bedroll mit Schlafsack, sowie einem Zelt und persönlichem Material reichte der Platz auf den Motorrädern.
Nachdem wir 2019 zu zweit in einem Zweimannzelt geschlafen hatten, entschieden wir uns diesmal, trotz des Platzmangels, zwei Zelte mitzunehmen. Um es vorwegzunehmen: Es passte alles perfekt zusammen. Wir kamen mit unserer minimalistischen Ausrüstung gut durch den Anlass.
Verladen und bereit. Die rund 620 km von Basel nach Leopoldsburg hatten wir ohne Probleme in 6 Stunden hinter uns gebracht. Die Route über Frankreich, Luxemburg und weiter nach Belgien war trotz eines Freitags von wenig Verkehr geplagt. Wie schon beim Normandie-Trip im Juni hatten wir dafür extra einen Transportbus gemietet, der genügend Platz bot.
Kurz nach 15 Uhr trafen wir im Basislager in Leopoldsburg ein. Viele der Teilnehmer waren bereits teilweise Anfang der Woche aus England angereist und hatten die Zeit mit kurzen Ausflügen verbracht. Das Basislager befand sich teilweise auf dem Gelände der belgischen Armee in Leopoldsburg, wo wir bereits 2006 an einem Anlass teilgenommen hatten. Bei mehr als 300 Fahrzeugen war es kaum zu überblicken, was alles an Fahrzeugen vor Ort war.
Gleich bei der ersten Gruppe, die wir trafen, hatten wir Glück, da es sich um die G-Kompanie handelte, der wir zugeteilt waren. Wir wurden sehr herzlich aufgenommen und sofort eingewiesen. Die G-Kompanie bestand hauptsächlich aus Engländern und Holländern. Rückblickend hatten wir mit dieser Einteilung großes Glück, da sich die gesamte Gruppe aus 45 Fahrzeugen und der entsprechenden Anzahl an Personal als homogene Truppe herausstellte, die sehr gut zusammenarbeitete und sich gegenseitig half, wenn es notwendig war. Vor allem auch der Standart war im Gegensatz zu anderen Gruppen ausgezeichnet und wir hatten zusammen alle viel Spass.
Ausladen und Zelte aufstellen: Nachdem wir uns angemeldet und unsere Motorräder entladen hatten, fanden wir irgendwo zwischen den Fahrzeugen noch einen Platz für unsere Zelte. Trotz eines Wolkenbruchs kurz vor unserer Ankunft war der Rasen erstaunlich trocken. Dies war besonders überraschend, da es die ganze Woche über in Belgien immer wieder stark geregnet hatte.
Mit dem wenigen Material, das wir mitführten, hatten wir unser Nachtlager immer schnell aufgestellt. Das Zusammenpacken am Morgen war dann jedoch eine andere Sache, da durch die Luftfeuchtigkeit alles, innen und außen, nass war. Es erforderte etwas mehr Aufwand, die Zelte passend zusammenzufalten, um sie in die Packtaschen zu bekommen.
Unser erster Rundgang führte uns zur Anmeldung und zum Lager, in dem die ersten Fahrzeuge bereits Anfang der Woche eingetroffen waren. Dort herrschte reges Treiben wie in einem Ameisenhaufen. Auch die Kantine sowie eine Bar waren dort zu finden. Leider wurden wir dort etwas über den Tisch gezogen, da man zum Bezahlen Coupons kaufen musste, die angeblich die ganze Woche gültig seien. Nun ja, am nächsten Tag stellten wir – und auch andere – fest, dass diese nur in Belgien gültig waren und wir je rund 30 € abschreiben konnten.
Einer der Sherman-Panzer der Museum Collection '39 - '45, welcher sich zusammen mit anderen gepanzerten Fahrzeugen bereits im Laufe der Woche auf dem Gelände in Leopoldsburg eingefunden hatte.
Ebenfalls ein Teil des XXX Corps im 2024 und der einzige Sherman Firefly unter den teilnehmenden Panzern. Der Sherman Firefly war ein mittlerer Panzer, basierend auf dem US-amerikanischen M4 Sherman war er mit der leistungsstärkeren 17-Pfünder-Panzerabwehrkanone ausgestattet. Ursprünglich als Übergangslösung gedacht, wurde er aufgrund des Drängens britischer Offiziere in Produktion genommen und erwies sich als äußerst wertvoll, da er die Panzerung der deutschen Panther- und Tiger-Panzer durchdringen konnte. Zwischen 2.100 und 2.200 Exemplare wurden bis 1945 hergestellt.
Der Churchill A22 Mk7 "crocodile", abenfalls aus dem Bestand der Museum Collection '39 - '45. Da der Churchill nur mit Stahlrauppen bestückt war, wurde er auf dem zeitgenössischen Trailler mit Zugmaschine transportiert.
Der Churchill Crocodile war ein britischer Flammenwerfer-Panzer und war eine Variante des Infanteriepanzers Churchill Mark VII (A22) und basierte ursprünglich auf dem Churchill Mark IV.
Der Crocodile wurde als eines der spezialisierten gepanzerten Fahrzeuge entwickelt, die unter Major-General Percy Hobart, auch bekannt als „Hobart's Funnies“, entworfen wurden. Die Produktion begann im Oktober 1943. Er war speziell für den Einsatz in engen Gefechten und zur Bekämpfung von feindlichen Stellungen konzipiert und stellte eine bedeutende Ergänzung der britischen Panzerkräfte dar.
In Reih und Glied. Fahrzeuge der I-Kompanie. (Guard Reconnaissance)
Der 17pdr SP Achilles ist eine britische Variante des amerikanischen M10 Jagdpanzers, die mit der britischen 17-Pfünder-Panzerabwehrkanone anstelle der schwächeren M10-Kanone ausgestattet wurde. Insgesamt wurden 1.100 M10s zu Achilles umgebaut, was ihn nach dem Sherman Firefly zum zweithäufigsten Fahrzeug mit der 17-Pfünder-Kanone machte.
