14. September
Wie so oft war die erste nacht etwas unruhig. Zudem war es mit nur 5 Grad relativ kalt in der Nacht. Um 0600 wurden alle geweckt, da der Convoy um 0830 bereitstehen sollte, damit sich die fast 300 Fahrzeuge formieren konnten.
G-Kompanie am Samstagmorgen um 0700 in Leopoldsburg.
Die G-Kompanie als Reconnaissance Brigade umfasste rund 45 Fahrzeuge und bestand aus unterschiedlichen Fahrzeugen wie einem Humber Armoured Car, einem Humber Scout Car, sowie einigen Daimler Dingos, Jeeps, Austin Tillys, verschiedenen Bedfords und einer Ambulance, sowie 4 Motorrädern.
Wir mit unseren Motorrädern beiden bereit für die 8-tägige Tour von Leopoldsburg nach Arnheim.
Zusammen mit Bobby aus England mit seiner Matchless stellten wir die Verkehrssicherung der G-Kompanie sicher, indem wir Kreuzungen und Abzweigungen für den Konvoi freihielten.
Im Gegensatz zur ersten XXX Tour vor 10 Jahren waren wie 2013 wiederum auch Frauen auf der Tour dabei. Sie sorgten oftmals für unser Wohlergehen.
Aufkolonierung der G-Kompanie zum Start der XXX-Tour. Bis nach Holland sollten die fast 300 Fahrzeuge größtenteils auf derselben Route fahren, was eine Herausforderung für den örtlichen Verkehr darstellen sollte.
Einer von zwei in der G-Kompanie mitfahrenden Austin Tillys.
Zu Beginn des Krieges war die British Army noch in den letzten Phasen der Mechanisierung, wobei bis 1940 fast alle Kavallerieregimenter auf gepanzerte Fahrzeuge umgestiegen waren. Lastwagen mit einer Nutzlast von 0,75 bis 3 Tonnen wurden für den Transport motorisierter Infanterie und allgemeine Logistik eingesetzt. Dennoch gab es einen akuten Mangel an Fahrzeugen, insbesondere an leichten Fahrzeugen für Kommunikation, Transport und Evakuierung auf der Kompanie- oder Bataillonsebene. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, koordinierten das Ministry of Supply und britische Automobilhersteller die Produktion militärischer Nutzfahrzeuge basierend auf bestehenden Mittelklasse-Pkw, die als Car, Light Utility 4 x 2 klassifiziert wurden. Die Anpassung ziviler Fahrzeuge zu militärischen Nutzfahrzeugen, den sogenannten „Tillys“, umfasste die Umgestaltung der Karosserie zu einer Pritsche mit Plane und vereinfachte Innenräume. Diese Fahrzeuge waren günstig, leicht zu produzieren und hatten ein Gewicht von etwa zwei Tonnen. Sie waren mit einer Anhängerkupplung ausgestattet und konnten einen Einachstrailer ziehen, waren jedoch oft überladen. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 50 mph im unbeladenen Zustand und eingeschränkten All-Terrain-Fähigkeiten waren sie trotz ihrer Mängel unverzichtbar für viele militärische Aufgaben. Austin produzierte bis zum Kriegsende rund 29.000 Einheiten.
In Lommel wurden wir von einer grossen Anzahl an Zuschauern mit belgischen Fähnchen empfangen.
Die gesamte Route bis zur holländischen Grenze war von Zuschauern gesäumt, die sich teilweise mit ihrem Mobiliar am Straßenrand eingerichtet hatten.
Am Valkenswaard War Cemetery machten wir Halt. Der Friedhof war von vielen Besuchern gesäumt, da die letzten Vorbereitungen für eine Zeremonie im Gange waren.
Die im Valkenswaard War Cemetery beigesetzten Soldaten des Commonwealth fielen in Kämpfen in Valkenswaard und der umliegenden Region (wie in Best, Eersel und Bergeijk). Sie wurden zwischen dem 14. September 1944 und dem 29. November 1944 getötet, mit Ausnahme eines Soldaten, der am 21. Januar 1945 starb. Die meisten Soldaten stammen von den Irish Guards und dem Devonshire Regiment.
Anfang Oktober 1944 richtete die Nr. 55 Graves Registration Unit einen vorübergehenden Feldfriedhof in Valkenswaard ein. Der früheste gefallene Soldat, der dort beigesetzt wurde, datiert vom 14. September 1944. Die Mehrheit der Soldaten fiel während der Befreiung Valkenswaard am 17. September 1944.
Anfang Mai 1945 wurde erstmals von einem dauerhaften britischen Kriegsfriedhof an diesem Standort berichtet. Zusätzliche gefallene Soldaten aus Nordbelgien und Süd-Holland wurden von ihren Feldgräbern entfernt und in Valkenswaard wieder beigesetzt. Die lokale Gemeinschaft kümmerte sich zunächst um die Gräber, bis der Friedhof am 15. Juni 1946 offiziell an die damalige Imperial War Graves Commission übergeben wurde. Das Cross of Sacrifice wurde 1949 errichtet, und der Ersatz der Grabsteine begann.
Gedenkfeiern finden zweimal jährlich auf dem Friedhof statt: am Jahrestag der Befreiung Valkenswaard am 17. September und am 4. Mai, dem niederländischen Nationalen Gedenktag.
XXX Tour Parade in Valkenswaard
Aufkoloniert nach Kompanie waren die Lager relativ rasch aufgebaut.
