21. September - Arnheim
Nachdem wir am Freitagabend nach Leopoldsburg zurückgekehrt sind, um den Transportbus abzuholen, sind wir gegen 21:00 Uhr außerhalb von Renkum in einem Bed and Breakfast angekommen. Nach 8 Tagen auf dem Boden schlafend war die erste Nacht in einem Bett schon wieder etwas gewohnheitsbedürftig. Am Morgen erwartete uns ein herzliches Frühstück im Garten. Am Himmel dröhnte eine Spitfire, und wir nahmen uns Zeit, den Tag gemütlich zu starten. Unser erster Termin war erst gegen 14 Uhr: das Race to the Bridge von Renkum nach Arnheim und zurück.
Unserr Weg führte uns zum zweiten Kaffee ins Hotel / Museum Hartenstein in Oosterbeek.
Das Hotel Hartenstein diente als Hauptquartier der britischen 1. Luftlandedivision. Im Museum wird eine umfangreiche und vielfältige Sammlung präsentiert, die aus originalen Waffen, echten Uniformen und Ausrüstungen besteht, die im Kampf verwendet wurden. Die zahlreichen Fotos und Filme bieten ein realistisches Bild, das durch Interviews mit alliierten Soldaten ergänzt wird. Darüber hinaus verfügt das Museum über eine preisgekrönte Ausstellung zur Luftlande-Erfahrung, die die Gegend um Arnhem und Oosterbeek während der Schlacht darstellt. Das Museum bietet außerdem Perspektiven von deutschen Soldaten und Zivilisten.
Bei unserem Aufenthalt im Hotel herrschte reges Treiben von polnischen Soldaten und den bildlich festgehaltenen Scouts „Sosabowski“, die jährlich zu den Gedenkfeierlichkeiten den Raum Arnhem besuchen.
In Renkum war wie jedes Jahr der Start des „Race to the Bridge“. Zur Teilnahme war nur berechtigt, wer über den entsprechenden Klebber verfügte.
Wir sollten nicht die einzigen sein, die von der XXX-Tour direkt nach Arnhem gefahren sind. Vor allem viele unserer holländischen Freunde nahmen teil. Der Großteil der Engländer war zu dieser Zeit schon auf dem Weg über den Kanal zurück nach England.
Als einer der Höhepunkte an diesem Nachmittag galt der zweifache Überflug der Lancaster
Lancaster B I PA474 in 460 Squadron
Die PA474 wurde 1945 als B Mk 1 (B1) von Vickers-Armstrongs Ltd. in der Broughton-Fabrik in der Nähe von Chester gebaut und sollte Teil der British Tiger Force für strategische Bombardierungen im Fernen Osten werden. Nach dem Ende des Krieges mit Japan wurde das Flugzeug nicht mehr benötigt und PA474 wurde eingelagert. Nach der Entfernung der Geschütztürme wurde es für fotografische Aufklärungsmissionen mit dem 82. Geschwader in Ost- und Südafrika eingesetzt.
Nach der Rückkehr aus dem Geschwaderdienst wurde PA474 an Flight Refuelling Limited verliehen, um als unbemanntes Drohnenflugzeug verwendet zu werden. Flight Refuelling verwendete stattdessen einen Avro Lincoln, und PA474 wurde dann an das College of Aeronautics in Cranfield, Bedfordshire, übertragen, um für Versuche mit dem laminar flow wing von Handley Page eingesetzt zu werden. Die Testflügel wurden senkrecht über dem hinteren Rumpf montiert.
1964 kam PA474 unter die Kontrolle des Air Historical Branch für eine mögliche Ausstellung im geplanten RAF-Museum. Während dieser Zeit trat das Flugzeug in zwei Filmen auf: Operation Crossbow und Die Kanonen von Navarone. PA474 wurde zuerst in Wroughton und dann in Henlow eingelagert. Nach einer Anfrage im Jahr 1965 von 44 Squadron wurde die Lancaster zur RAF Waddington verlegt, um in den Zustand aus Kriegszeiten zurückversetzt zu werden, einschließlich der Wiedereinbau der Vorder- und Hintertürme.
PA474 wurde 1973 an die Battle of Britain Memorial Flight übergeben. 1975 wurde ein Mitteloberer Turm in Argentinien gefunden und installiert. Im Winter 1995 erhielt die Lancaster einen neuen Hauptspar, um die Lebensdauer des Flugzeugs zu verlängern.
Am 7. Mai 2015 erlitt das Flugzeug einen Brand in seinem rechten äußeren Triebwerk. Es landete sicher auf RAF Coningsby. Am 12. Oktober 2015 flog es nach umfangreichen Arbeiten zur Behebung der durch den Brand verursachten Schäden am Triebwerk Nummer vier wieder. Es wurde später bekannt gegeben, dass PA474 mit der laufenden Wartung voraussichtlich bis 2065 flugfähig bleiben sollte.
Kleinere und größere Wartungsarbeiten und Überholungen werden von der in Duxford ansässigen Aircraft Restoration Company (ARCo) durchgeführt, zuletzt 2021, als PA474 für 10 Monate bei den historischen Flugzeugspezialisten war.
Kolonne an Jeeps und Motorrädern vor dem Race to the Bridge. über die Qualität des ganten Trosses sagen wir hier in diesem Fall mal nichts.
Race to the Bridge 2024
Da die gesamte Kolonne von einer Gruppe von Fahrradfahrern angeführt wird, verläuft alles sehr langsam, und man kann kaum in den 2. Gang hochschalten. Entsprechend waren die Motoren extrem heiß, und wie so oft gab es danach Probleme, diese wieder zu starten. Im Hintergrund die John Frost Bridge in Arnhem.
Zurück nach der Tour im Lager der Airborne Battle Wheel, wo wir vor Jahren auch mehrmals unser Zelt aufgeschlagen haben.
Bevor wir unsere Tour dann definitiv abschließen wollten, besuchten wir unsere altbekannten Orte in Oosterbeek, wie zum Beispiel die alte Kirche.
Nach 9 Tagen auf unseren Motorrädern war es am Samstagabend genug. Wir ließen den Abend ausklingen und nahmen die 600 km lange Strecke zurück in die Schweiz am Sonntagmorgen unter die Räder.
Wir hatten eine wundervolle Woche, viele neue Freunde gefunden und alte wieder gesehen, sind mit minimaler Ausrüstung ausgekommen und sind rund 300 km mit unseren Motorrädern gefahren.
Ob und wie es mit der XXX-Tour in 5 Jahren aussieht, steht in den Sternen. Es dürfte aber je länger, desto schwieriger werden, solche Veranstaltungen durchzuführen, da im Gegensatz zu vor 5, und vor allem vor 10 Jahren das Interesse merklich nachgelassen hat.
